Herr Spring kommt in Fahrt

Bundesfreiwilligendienst Kultur und Bildung 2013/2014 // Natur & Kultur (LabSaal-Lübars) e. V.

Balthasar Springs Karriere im freiwilligen Engagement begann wegen eines Krauts. Beinwell heißt es im Volksmund und es tut genau das, wonach es sich anhört: Es ist ein Heilkraut, das vor allem bei Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen eingesetzt wird. Es wächst rund um Lübars. Dass der Ort noch zu Berlin gehört, ist kaum zu glauben. Hier ist das LabSaal-Kontor des Natur & Kultur e. V. beheimatet. Herr Spring ist dort seit einem halben Jahr Freiwilliger im BFD Kultur und Bildung. Er ist 72 Jahre alt und seine Dynamik und Begeisterung liegt in jeder seiner Gesten: „Ich hatte nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben einen Leerraum. Den habe ich mit meiner ersten Ruhestandsvision gefüllt: Mit Sport. Ich war damals übergewichtig, habe geraucht und es dann natürlich zuerst übertrieben. Diverse Muskelfaserrisse habe ich mir zugezogen. Und dann hat meine Frau aus der Kräutergruppe des Natur & Kultur e. V. Beinwell mitgebracht. Das Kraut hat tatsächlich geholfen. Da war ich überzeugt und ich bin mitgegangen. So kam ich zum LabSaal und habe festgestellt, dass es hier viele tolle Sachen gibt.“ So wurde Herr Spring erst Mitglied und dann hatte einer aus der Programmgruppe die Idee mit dem Bundesfreiwilligendienst. „Du machst doch eh so viel, haben sie zur mir gemeint“, berichtet Herr Spring. 

Heute sagt Herr Spring, dass es gut sei, dass er der erste Freiwillige ist, denn so könne er die nächsten Freiwilligen gut betreuen und wisse, was sie bräuchten. Herr Spring hofft, dass sich auch Menschen außerhalb des Vereins interessieren. Es sei wichtig und gut für den Verein neue Menschen zu binden. Ein Verein kann nur bestehen, wenn er flexibel und offen bleibt. Das ermögliche der Bundesfreiwilligendienst eben auch.

Offen und flexibel bleibt Herr Spring durch seinen Freiwilligendienst. „Die Bezahlung ist schön, aber sekundär“, betont er. „Das Taschengeld und der Vertrag vergrößern die Verbindlichkeit und die Verantwortung, aber ohne Begeisterung geht es nicht.“ Glücklich betont er, dass der BFD seinen Aktionsradius vergrößert habe: „Jetzt komm ich ins Fahrwasser.“ Das geschehe vor allem auch durch die Bildungstage, an denen er Politik hautnah erleben könne, andere spannende Projekte kennenlerne und auch andere engagierte Menschen.

Wenn er von seiner Einsatzstelle erzählt, von den Hochzeiten im LabSaal, den Veranstaltungen und Begegnungen, dann ist klar, dass Balthasar Spring zufrieden ist. Selber fasst er so zusammen: „Ich kann gestalten – Ich habe meinen Ort gefunden, wo das geht“. 

 Foto: BKJ

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